Workshop Gut Besteckt!

Man könnte glatt behaupten, ich sei ein kleiner Workshop-Junkie und ich kann es noch nicht einmal verneinen. Ich liebe es einfach, immer wieder neue Dinge zu entdecken und DIY-Projekte umzusetzen. Dieses Mal war es ein Upcyling-Workshop von Miriam (in der Werkstatt von Klotz& Quer) bei dem wir altes Silberbesteck zu neuem Leben erweckt haben.

Zu diesem Zweck hatte ich extra letzten Monat auf einem Berliner Flohmarkt ein paar Prachtexemplare an Messern, Gabeln und Löffel besorgt. Die Auswahl da ist ja wirklich unglaublich.

Unter der fachkundigen Anleitung von Miriam haben wir hauptsächlich Gabeln und Löffeln mit dem Hammer platt geschlagen (da kann man herrlich Aggressionen abbauen 😉 und sich die Finger verletzen) und mit viel Kraft und Spucke gebogen, was das Zeug hielt. Danach wurden sie auf Holzbrettchen genagelt und mit Schlagbuchstaben konnte man noch Wörter in die fertigen Kunststücke prägen. Bei mir wurde daraus eine wunderbar individuelle Garderobe fürs Badezimmer.

Projekt Waschtisch

Ich hatte mir im elterlichen Heim im Dachgeschoß ein kleines Bad einbauen lassen. Die Vorarbeiten dazu hatte schon mein Paps vor langer Zeit in Angriff genommen, aber dann das Projekt irgendwann auf Eis gelegt.

Nachdem aus dem Rohbau ein schickes kleines Bad entstanden war, suchte ich noch nach einer innovativen Lösung für einen Waschtisch. Die handelsüblichen Standardwaschtische gefielen mir alle nicht, also fing ich an Pinterest zu durchstöbern und bekam dort die zündende Idee.

waschtisch_gestellIm hintersten Winkel unseres Kellers fristete seit Jahrzehnten ein uraltes Metall-Untergestell einer genauso alten Nähmaschine ein staubiges Dasein. Ein paar ausgediente Bretter konnte ich auch noch auftreiben und im Baumarkt meines Vertrauens fand ich schwarze Lackfarbe, die man sogar direkt auf angerostetes Metall streichen kann, ohne erst mühevoll alle Rostschäden beseitigen zu müssen. Was ein Segen, ich hatte schon befürchtet, stundenlang im Keller mit der Stahlbürste dem ollen Ding zu Leibe rücken zu müssen.

Der Rest des Projekts war ein Kinderspiel. Metallgestell sorgsam abbürsten und lackieren, Bretter beizen und zusammenleimen, ein Loch für den Abfluss aussägen, die Platte mit dem Gestell verschrauben und das Waschbecken aufsetzen. Mit Silikon abdichten und anschließen. FERTIG!

waschtisch

Herzensprojekt

Vor ein paar Wochen habe ich endlich mein lang vor mir hergeschobenes Herzensprojekt in Angriff genommen. Vor einer gefühlten Ewigkeit hatte ich mal in einer Nacht- und Nebelaktion ein kleines Nachtschränkchen vor dem Sperrmüll gerettet. Es war zwar nicht mehr in allerbestem Zustand, hatte aber meiner Meinung nach ausreichend Potential und ein Leben auf dem Schrottplatz wirklich nicht verdient. Nachdem ich es mühsam nach Hause geschleppt hatte, fristete es sein Dasein allerdings erst mal in diversen Kellerräumen. Das Abschleifen von mehreren fetten Lackschichten gehört nun wirklich nicht gerade zu meinen Lieblingsaufgaben und so schob ich das Projekt „Nachtschrank“ immer wieder vor mir her.

Dann stolperte ich über den Workshop von Fuchs & Bente „New Look – Möbelrestauration“ in Zusammenarbeit mit den Profis von Antike Möbel Metzner in Mainz. Ich hatte Glück, dass ich noch einen der heißbegehrten Plätze erwischen konnte und ich kann nur sagen – es hat sich wirklich gelohnt. Jeder durfte ein Möbelstück seiner Wahl mitbringen. Einzige Voraussetzung: man musste es sich unter den Arm klemmen können. Und so schleppten wir Stühle, Kisten, Hocker, Schubladen und eben mein kleines Nachtschränkchen in die Werkstatt, um mit den beiden Profis Jan und Johanna das weitere Vorgehen zu besprechen.

Am meisten hat mich ja überrascht, dass mein Fundstück ein echtes Original aus der Gründerzeit ist und schon um die 100 Jahre auf dem Buckel hat. Bei all den laienhaft überlackierten Schichten war das wirklich nicht zu erkennen gewesen. In nacktem Zustand hat es dann aber sein Alter verraten. Der Korpus des Schränkchens ist aus Fichtenholz, die beiden vorderen Füße sind aus härterem Kirschholz, da man das besser drechseln kann. In der Tür sieht man auch, dass da mal was fachmännisch ausgebessert wurde.

Das zeitintensive Abbeizen hatte ich irgendwann mal im Sommer an 2 Wochenenden draussen im Garten, mehr weniger gründlich, erledigt. Ich muss gestehen, dass mir bei solchen ekligen Fisselarbeiten schnell mal die Geduld ausgeht und die diversen Lackschichten waren wirklich extrem hartnäckig. So sah das Nachtschränkchen vor dem Workshop aus.

Nachtschränkchen Urzustand

Unter den wachsamen Augen der Profis fingen wir an, unsere Lieblingsstücke, soweit möglich, in ihre Einzelteile zu zerlegen und zu schleifen und zu schleifen und zu schleifen.

nachtschränkchen_zerlegt_nichtunbunt

Dazu gab es wertvolle Tipps, wie man am besten Kanten glatt schleift und auch in die kleinsten Rundungen kommt, ohne sich das Leben unnötig zu komplizieren. Und als man dann das Gefühl hatte, dass das mit dem Schleifen mit Hand und Maschine jetzt eigentilch gut wäre, schleppte der erbarmungslose Profi noch grinsend die Rolle mit dem feineren Schmirgelpapier an.

Nachdem wir eeeeendlich fertig waren mit Schleifen, wurde alles wieder fachgerecht zusammengeleimt und geschraubt und zum krönenden Abschluss kam die Veredelung durch Lacke, Öle oder sonstige geheimnisvolle Tinkturen. Kleinere Schwachstellen wurden mit Kit ausgebessert und die Farbschichten auf den Füßen hat mir Jan netterweise in nicht mal 5 Minuten runtergedrechselt.

Ursprünglich hatte ich vorgehabt, das Schränkchen knallgelb zu lackieren (Yellow is the new Black!) aber nachdem ich alle Lackschichten mühevoll runter hatte, kam es mir fast wie ein Sakrileg vor, das hübsche Holz wieder zu verdecken.

Leider fand sich in der Restekiste der Schreinerei keine passenden Knöpfe für Schublade und Tür, aber zum Glück gibt es auch Sonntags nachmittags am Mainzer Bahnhof im NanuNana schicke Porzellanknöpfe zu kaufen. Schliesslich ist nichts ätzender, als ein Projekt nicht direkt fertig stellen zu können 😉

Nachtschränkchen

(sorry, die Bildqualität ist noch sup-optimal… daran muss ich noch arbeiten 😉 )

Jetzt brauch ich nur noch ein nettes Plätzchen für mein neues Schmuckstückchen, auf das ich wirklich ganz besonders stolz bin.

Vielen Dank an Fuchs & Bente, die den Workshop ins Leben gerufen haben und an die beiden Johannas und Jan von Antike Möbel Metzner, die uns bei unseren Projekten wirklich super unterstützt haben.

Mehr Fotos von diesem Workshop und natürlich auch von den Projekten der anderen findet ihr auf der Facebook-Seite von Fuchs & Bente.

Und, welche Schätze dümpeln bei euch so im Keller oder auf dem Dachboden rum und warten nur darauf, in neuem Glanz zu erstrahlen?